Traumapädagogik
| Nr. | 2710-45-01 |
| Beginn | Fr., 05.11.2027 |
| Ende | Sa., 29.07.2028 |
| Dauer | 17 Termine |
| Uhrzeit | 09:00 - 19:00 |
| Ort | KH Freiburg/Campus II |
| Gebühr | 3900,00 € |
| Anmeldeschluss | 15.10.2027 |
Lehrtätigkeit
Pädagogische Fachkräfte stehen täglich vor der Herausforderung, mit ausgeprägtem Rückzug, Aggressionen oder unvorhersehbaren Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen umzugehen. Oft stoßen klassische pädagogische Interventionen hier an ihre Grenzen und das Risiko von Überlastung oder unbeabsichtigten Retraumatisierungen steigt.
Die Weiterbildung Traumapädagogik des IWW vermittelt Ihnen die notwendigen Fach- und Handlungskompetenzen, um in solchen hochbelasteten Situationen souverän und professionell zu agieren:
- Verstehen & Einordnen: Sie lernen, herausforderndes Verhalten als Überlebensstrategie und Anpassungsleistung („Annahme des guten Grundes“) neurobiologisch und bindungstheoretisch fundiert zu entschlüsseln.
- Sicherheit & Beziehungsgestaltung: Sie entwickeln eine traumainformierte Haltung, die es Ihnen ermöglicht, auch in Krisen verlässliche, haltgebende Beziehungen aufzubauen und retraumatisierende Dynamiken aktiv zu vermeiden.
- Praktische Intervention & Stabilisierung: Sie erwerben konkrete Methoden, um förderliche Rahmenbedingungen zur emotionalen Stabilisierung und Selbstermächtigung der Betroffenen zu gestalten.
Inhalte
Grundlagen der Traumapädagogik & traumasensible Haltung
- Psychotraumatologie
- Prinzipien des therapeutischen/pädagogischen Milieus
- Kernhaltung (Annahme des guten Grundes, Transparenz, Wertschätzung, Partizipation, Freude)
Beziehungsaufbau & -dynamiken
- Bindungstheorie
- Dynamiken von Übertragung und Gegenübertragung
- korrigierende Beziehungserfahrungen
- Nachnähren und professionelle Nähe/Distanz
Der „Sichere Ort“ & institutionelle Rahmenbedingungen
- Äußere und innere Sicherheit
- Gestaltung traumasensibler Räume
- Umgang mit Macht und Gewalt
- Notfall- und Deeskalationspläne
- Einrichtungsstandards
Traumapädagogisches Fallverstehen & Diagnostik
- Multidimensionale Diagnostik (klassifikatorische, Biografie- und Lebensweltdiagnostik)
- biografisches Verstehen
- ressourcen- und dialogorientierte Hilfeplanung
Stabilisierung, Psychoedukation & Selbstermächtigung
- Methoden zur Affekt- und Körperregulation
- Förderung der Sinneswahrnehmung
- Vermittlung von Trauma-Wissen an Kinder/Jugendliche (Psychoedukation)
- Resilienzförderung.
Netzwerkarbeit & Sichere Übergänge
- Interdisziplinäre Kooperation (KJH, KJPP, Schulen, Kliniken)
- Prävention von Beziehungsabbrüchen
- Umgang mit Systemspaltungen und Kosten-/Finanzierungsfragen
Selbstfürsorge & Institutionelle Psychohygiene
- Sekundäre Traumatisierung
- Belastungsgrenzen erkennen
- professionelle Rollenklarheit
- Methoden der Selbstfürsorge (psychologisch, physiologisch, arbeitsbezogen)
Zielgruppe
Fachkräfte aus sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufen (z. B. Sozialpädagogik, Erziehung, Beratung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Heilpädagogik) und Menschen mit professionellen Erfahrungen mit hochbelasteten und traumatisierten Kindern, Jugendlichen, deren Eltern und Betreuungspersonen
Abschluss
- Zertifizierte/r Traumapädagogin / Traumapädagoge
- Eine Zertifizierung durch die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) wird angestrebt und ist in Vorbereitung.
Zulassungsvoraussetzung
- Berufsqualifizierender Abschluss (Hochschulabschluss im sozial-/heilpädagogischen Bereich oder staatlich anerkannte Ausbildung, z. B. Erzieher/in)
- Mindestens einjährige relevante Berufserfahrung im pädagogischen oder beraterischen Feld
- Möglichkeit zur Anwendung traumapädagogischer Inhalte während der Weiterbildung
Bei Buchung der Weiterbildung laden Sie bitte entsprechende Nachweise über die Uploadfunktion im Buchungsformular hoch (alternative Zusendung per E-Mail oder Post an das IWW ist möglich).
Leitung/Dozent*innen
Leitungsteam
- Prof. Dr. Bernd Traxl: Psychoanalytiker mit praktischer Erfahrung im traumapädagogischen Bereich und traumaspezifischer Weiterbildung
- Petra Haas: Sozialarbeiterin, Marte Meo Therapist & Supervisorin, Traumafachberaterin/Traumapädagogin (DeGPT/BAG-TP)
Dozierende
- Interdisziplinäres Team aus erfahrenen Trauma-Therapeut/innen, Psycholog/innen und Traumapädagog/innen aus der Praxis
Leistungsumfang
- 8 Blockwochenenden (16 Tage Weiterbildung) inklusive 6 Supervisionstermine
- Zugriff auf E-Learning-Plattform ILIAS und Download-Option der Weiterbildungs-Materialien bis 3 Monate nach Weiterbildungsende
- Verpflegung mit Heiß- und Kaltgetränken, Obst und Keksen
Kosten
- 4200 EUR Teilnahmegebühr
- Zahlung in 12 Raten à 350 EUR möglich
Für die Ausstellung des Zertifikats werden je Absolvent:in zusätzliche Kosten in Höhe von 50 EUR gestellt.
Prüfen Sie gern auch die sonstigen finanziellen Fördermöglichkeiten.
Sprechen Sie uns an!
Thirthana Yoganathan
iww.weiterbildung@kh-freiburg.de
0761 200 1364

